Leuchtturmprojekte

Seit Beginn der 90er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts sieht es der Verein der "Theaterfreunde" als eine seiner wesentlichen Aufgaben an, Großproduktionen, sogenannte „Leuchtturmprojekte“, an der Detmolder Bühne zu ermöglichen. Immer wieder wurde das Theater dadurch in die Lage versetzt, das Publikum in den Genuss einer besonders opulenten Inszenierung kommen zu lassen. Erinnert sei etwa an das Jugend-Musical „Mambo Mortale“, an Christian-Dietrich Grabbes „Napoleon oder die hundert Tage“ oder an die Wagner-Oper „Die Walküre“.  Noch gut in Erinnerung ist die ebenfalls vom Verein unterstützte Produktion des Musicals „West Side Story“.  Eine sechsstellige Summe floss zum Varus-Jahr 2009 in die Aufführung von Wagners „Ring des Nibelungen“. Es ist fester Wille der „Theaterfreunde“, auf diese Weise auch weiterhin in den guten Ruf des Landestheaters zu investieren.

"Theaterfreunde" fördern Faust-Oper

Einsparungen beim Landestheater Detmold seien nichtgeeignet, die Haushaltsprobleme der kommunalen Gesellschafter zulösen. Davon zeigte sich der Vorsitzende der „Theaterfreunde“, JürgenWannhoff, anlässlich der Mitgliederversammlung im Restaurantfoyer derBühne überzeugt. Gleichzeitig äußerte er die Hoffnung, dass bezüglichder Finanzierung „in Richtung Land noch einiges möglich ist“.Wannhoff begründete diese Auffassung einmal mit den Ergebnissenpersönlicher Gespräche, aber auch generell mit der Ankündigung derNRW-Landesregierung, den Kulturetat bis zum Jahre 2022 um 50Prozent zu erhöhen. Allerdings gelte es auch zu berücksichtigen, dassdie Stadttheater von Düsseldorf bisher nur in geringem Umfang gefördertwürden und die betroffenen Städte auf massive Verbesserungendrängten. Die Zuschüsse der Landestheater-Gesellschafter in Höhe vongegenwärtig 7,6 Millionen Euro, auch das müsse man sehen, seien inden vergangenen Jahren deutlich stärker gestiegen als dieLandesförderung in Höhe von 9,3 Millionen Euro.Angesichts der noch ungeklärten Frage, wie der ab der nächstenSpielzeit amtierende Intendant Georg Heckel bis 2023 rund 1,4 MillionenEuro einsparen will, warnte der „Theaterfreunde“-Vorsitzendeausdrücklich davor, „den kulturellen Schatz Landestheater“ zugefährden. Öffentliche Kulturförderung sei keine Subvention, sonderneine unverzichtbare Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft.Diskussionen um Kürzungen belasteten außerdem das bürgerschaftlicheEngagement.Um die Fördertätigkeit verstärkt fortsetzen zu können, planen die„Theaterfreunde“ die Einführung einer neuen Mitgliedskategorie. Die„Premium“-Mitgliedschaft mit einem Jahresbeitrag von 80 Euro soll dieLücke zwischen „Freund/in“ (30 Euro) und „Förderin/Förderer“ (300 Euro)schließen. Der Förderverein verfügt gegenwärtig über 613 Mitglieder.Die Fördertätigkeit wird in unverändertem Umfang fortgesetzt. Mit 15.000Euro unterstützen die „Theaterfreunde“ diesmal die Produktion der Oper„Faust (Margarethe)“ von Charles Gounod. 10.000 Euro gibt’s für die Jugendarbeit,weitere 5.000 fürs Ballett.

Metzger inszeniert "Meistersinger"

Richard-Wagner-Fans sollten sich den 18. September 2016 ganz dick im Terminkalender ankreuzen. Dann nämlich wird am Landestheater die Oper "Die Meistersinger von Nürnberg" ihre Premiere erleben. Möglich gemacht haben diese aufwendige Produktion der Verein der "Theaterfreunde" und die Sparkasse Paderborn-Detmold, die das Projekt mit jeweils 40.000 Euro unterstützen. Inszenieren wird erneut Intendant Kay Metzger, die musikalische Leitung übernimmt Generalmusikdirektor Lutz Rademacher. In den vergangenen Jahren waren am Landestheater bereits Wagners Opernzyklus "Der Ring des Nibelungen" sowie "Parsifal" und "Tristan und Isolde" zu erleben. Hoch erfreut ist die Theaterleitung darüber, dass die Aufführung bereits überregional auf Interesse stößt. Das Theater Schweinfurt, das demnächst sein 50-jähriges Bestehen feiert, hat vier Vorstellungen gekauft.

West Side Story

Bisher jüngstes Beispiel für die Unterstützung des Theaters: die Inszenierung des Musicals „West Side Story“ von Leonard Bernstein. (Foto: Landestheater)

Wagners Ring

Herausragendes „Leuchtturmprojekt“ in der Geschichte des Theaterfreundevereins war die Förderung der Aufführung des „Rings der Nibelungen“. Das Bild zeigt eine Szene aus der Oper „Das Rheingold“ mit Joachim Goltz als Alberich. (Foto: Landestheater/Worms)