"Theaterfreunde" wenden sich an die Politik

Richtete grundsätzliche Wort an die Politik: der Vorsitzende des Vereins der "Theaterfreunde", Jürgen Wannhoff. Foto: Sven Koch/Lippische Landes-Zeitung

Mahnende Worte zur Kulturfinanzierung im allgemeinen und zur Theaterförderung im besonderen hat der Vorsitzende des Vereins der „Theaterfreunde“, Jürgen Wannhoff, beim letzten Neujahrsempfang des gegenwärtigen Intendanten Kay Metzger gefunden. Die traditionelle Veranstaltung im großen Haus stand ganz im Zeichen der aktuellen Spardebatte.

Wannhoff wies unter anderem darauf hin, dass Einsparungen bei der Kultur allein schon wegen ihrer geringen Größenordnung nicht geeignet seien, um nennenswert zur Sanierung der öffentlichen Haushalte beizutragen. Andererseits stellten die dafür ausgegebenen Mittel keine Subvention, sie seien vielmehr eine unverzichtbare Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft. Die 600 „Theaterfreunde“ erwarteten, dass die von ihnen zur Verfugung gestellten Gelder - Jahre für Jahr mehrere zehntausend Euro - nicht statt öffentlicher Ausgaben eingesetzt werden, sondern zusätzlich. Er, Wannhoff, habe die Hoffnung, dass man fur diese Sicht der Dinge Gehör bei der Politik finden werde.

Das Theater muss nach einem Beschluss der Gesellschafterversammlung in den nächsten vier Jahren rund 1,4 Millionen Euro einsparen. Die öffentliche Debatte darum veranlasste auch Landrat Dr. Axel Lehmann, beim Neujahrsempfang das Wort zu ergreifen und der Bühne die Unterstützung von politischer Seite zuzusagen.

Auf eine ganz eigene Art reagierte Metzger, der im Sommer ans Theater Ulm wechselt, auf die aktuelle Diskussion. An den Schluss des Programms setzte er einen Ausschnitt aus Joseph Haydns „Abschiedssinfonie“, bei der die Musiker des Orchesters nach und nach die Bühne verlassen, bis nur noch zwei Geiger das Stück beenden.


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