Matthias Eckoldt: Wieder eine Uraufführung in Detmold

Matthias Eckoldt

Eine Uraufführung erlebt das Landestheater-Publikum nicht alle Tage. Das Lustspiel „Mammon zieht blank“ ist nach „Wie ihr wollt!“ aus dem Jahre 2013 bereits das zweite Stück aus der Feder des Berliners Matthias Eckoldt, das auf der Detmolder Bühne seine Weltpremiere erlebt hat. Zu verdanken ist dies der Schauspieldirektorin Tatjana Rese, die seit vielen Jahren eng mit dem Philosophen, Wissenschaftsjournalisten und Essayisten Eckoldt zusammenarbeitet. Man schätzt sich gegenseitig sehr.

Der 50-Jährige, der neben Fachbüchern auch Romane und Erzählungen veröffentlicht hat, gerät regelrecht ins Schwärmen, wenn er über die Zusammenarbeit mit dem Landestheater spricht. Obwohl er zuvor neben Büchern, Aufsätzen und Radiobeiträgen „nur“ Hörspiele geschrieben hatte, bekam er gleich für „Wie ihr wollt!“, ein „Lustspiel zur Freiheit“, vollkommene künstlerische Freiheit eingeräumt. „Einzige Bedingung war, dass Schauspieler auf der Bühne stehen müssen“, erinnert er sich. Und das Resultat sei so gut gewesen, dass man sich schnell entschlossen habe, die Zusammenarbeit fortzusetzen – diesmal zum Thema „Geld und andere Scharfmacher“. Und wieder fand Eckoldt das Eintauchen in die Bühnenwelt „unglaublich faszinierend“. „Das Theater kann nicht aussterben“, lautet seine felsenfeste Überzeugung – allein schon wegen der unbändigen Freude und der enormen Energie, mit der die Schauspieler bei der Sache seien.

In seinen Stücken ist Eckoldt bemüht, respektvoll mit dem Publikum umzugehen. „Ich bin nicht klüger als alle anderen“, sagt er, „von mir soll keiner vorgeführt werden.“ Das neue Stück handele von uns allen, zeige nicht mit dem Finger auf diejenigen, die vermeintlich zu dumm seien, mit den Versuchungen des Geldes umzugehen beziehungsweise ihnen zu widerstehen.

Und dass seine Stücke zuerst in der Theaterpriovinz aufgeführt werden, ist für Eckoldt überhaupt kein Makel, im Gegenteil. In Detmold habe die Bühne eine ganz andere Bedeutung als etwa in Berlin, wo viele Theater miteinander konkurrierten und auch das übrige Kulturangebot riesengroß sei. „Hier trifft sich noch jung und alt“, freut er sich.

Eckoldt ist ein weiteres Beispiel dafür, wie sehr das Landestheater bestrebt ist, über den Tellerrand zu blicken und seinem Publikum neue Themen und Sichtweisen zu erschließen. Und wie schon bei Regisseur Malte Kreutzfeldt und dem Autor Tom Peuckert („Mordshunger“) ist es wieder ein Berlin-Connection, die von den Detmoldern gepflegt wird. Sicherlich nicht die schlechteste Voraussetzung für eine aufregende und anregende Programmgestaltung.